Beton-Herstellung: Prozesskette

Herstellungsprozess

Beton wird in Deutschland, soweit keine vorgefertigten Bauteile verwendet werden, zum überwiegenden Teil in stationären Mischanlagen (Transportbetonwerke) gemischt und mit Fahrmischern auf die Baustelle gebracht. Ein Fahrmischer fasst in der Regel 6 bis 9 Kubikmeter³ Frischbeton (14 bis 21 t). Das Mischen des Betons erfolgt in der Regel in Zwangsmischern mit einem Fassungsvermögen von 1 bis 2,5 Kubikmetern Frischbeton. Ein Mischvorgang in modernen Anlagen benötigt rd. eine Minute. Da die Anlagen stets eingehaust sind, ist eine Lärm- und Staubbelastung der Umgebung nicht gegeben. Für kleine und mittlere Baustellen wird wegen der gesicherten Qualität, aufgrund der hohen und sofortigen Lieferbereitschaft und auch wegen der geringeren Umweltbelastung primär Transportbeton verwendet.

In Transportbetonwerken wird der in der Produktion oder aus Fahrmischern zurück kommende Restbeton ausgewaschen und als Restbetonbeigabe wieder in geringen Mengen der Produktion beigemengt. Dabei erfolgt die Zugabe über die größte Korngruppe in so kleinen Mengen, dass die zulässigen Abweichungen von der bei der Erstprüfung gewählten Sieblinie im Rahmen der zulässigen Abweichungen eingehalten werden. Bei Betonen mit besonderen Eigenschaften darf Restbeton nur beigegeben werden, wenn dieser mindestens den Anforderungen der normalen Gesteinskörnung genügt.

Bei den ins Werk zurück kommenden Restbetonmengen werden für eine weitere Verwendung auch Recyclinghilfen eingesetzt. Sie bewirken eine Verzögerung der Hydratation (Erstarren) des Betons um bis zu 72 Stunden. Restwasser fällt beim Reinigen der Mischanlagen, Fahrmischer und Betonpumpen sowie beim Auswaschen der Gesteinskörnungen an. Restwasser wird in den stationären Mischanlagen gesammelt und weiterverwertet. Es enthält in schwankender Konzentration die ausgewaschenen Feinteile (<0,25mm) des Restbetons. Die technischen Anforderungen an das Restwasser sind in der Richtlinie des DAfStB festgelegt. Restwasser kann Leitungs- und Brunnenwasser bis zu 100% ersetzen. Durch i.d.R. geschlossene Wasserkreisläufe in den Transportbetonwerken wird kein Restwasser an die Umwelt (bzw. Kanalisation) abgegeben.

Bei großen Baustellen wird meist vor Ort für die Zeit der Bauarbeiten eine eigene Mischanlage errichtet. Hier ist die Einrichtung eines geschlossenen Wasserkreislaufes mit Feststoffrückgewinnung (Restbeton) normalerweise zu aufwändig. Die anfallenden Feststoffe werden daher in Absetzbecken zurückgehalten und entsorgt. Die Abwässer müssen vor der Abgabe an die Umgebung (Kanalisation, Vorfluter) neutralisiert werden.

[Quelle: Wecobis.de]