Homepage der
"Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Deining."


Entstehung der Bürgerinitiative

2012 war das Jübiläumsjahr in Deining, siehe 1250 Jahrfeier
Zum Deininger Dorffest am 8. und 9. September 2012 wurde die Durchgangsstraße komplett gesperrt. Wir Dorfbewohner konnten zum ersten Mal seit Jahrzehnten ungefährdet auf der Straße spazieren gehen (…persönliche Erinnerungen an die Ölkrise 1973 und dem damit verordneten Fahrverbot kamen auf…). Weitaus schöner war die Ruhe die wir erleben durften – Anwohner sitzen bis spät in der Nacht im Garten und können sich unterhalten und schlafen bei offenem Fenster – schee war’s.

Der Alltag kehrte wieder ein – und der Verkehr. Viele sagten, dass die Ruhe von damals schon was Besonderes war.

Der Winter 2012/2013 hat die Straße weiter stark beschädigt, der ohnehin laute Asphalt hatte über Monate viele Löcher – eine wochenlange Geschwindigkeitsreduzierung war die Folge (nicht zur Verkehrs-Beruhigung – doch wohl nur zum Ausschluss der Haftung bei Schäden am Fahrzeug?). Ende April 2013 wurde endlich die Straße geflickt.

Schon bei der Sanierung der Straße ca. 2003 nach der Verlegung der Kanalisation fragten wir Deininger:

* warum die Kanaldeckel genau in der Reifenspur (und nicht dazwischen) platziert wurden, sowie
* forderten wir für die Ortsdurchfahrt einen leisen Asphalt – verbaut wurde leider eine sehr grobe und damit laute Mischung


Nun nach dem Ausbessern der Winterschäden mit weitaus feinerem Material fällt dieser alte laute Belag wieder ganz besonders auf.

Argumente für Deining:

Die Verkehrsbelastung wird nicht weniger sondern wir sehen zusätzlich zur normalen Steigerung in Deining auch Mehraufkommen z.B. durch das neues Einkaufszentrum in Straßlach sowie durch neue Mautpläne der Regierung (schon heute weichen LKW auf die Landstraße aus), …

Deining ist ein Naherholungsgebiet und Landwirtschaftlich geprägt. So fahren viele langsame Fahrräder und Traktoren durch den Ort und werden - auch wo es nicht geht- im Ort überholt. Das Überholen ist mit Vollgas verbunden was bei den Motorrädern und Oldtimern der Ausflügler aus München sehr laut ist. Landwirtschaftliche LKW rauschen zur Erntezeit unter Zeitdruck zusätzlich durch unser Dorf….

Im Ort ist die einzige Überquerung der Straße zentral am Dorfplatz – von Süden kommend direkt nach einer Kurve. Hier gibt es täglich Vollbremsungen. Aufgrund der historischen Häuser im Ortskern ist es kurvig und eng – auf dem Fußweg wird es oft eng wenn sich Passanten begegnen – an einigen Stellen ist der Fußweg verengt (z.B. nicht breiter als 50 cm) und damit nicht ausreichend für einen Kinderwagen. Hofeinfahren (Privat und Landwirtschaftlich) sind entlang der ganzen Ortsdurchfahrt.

Es passieren auch Unfälle (Radfahrer, Katzen, …), viele Deininger trauen sich nicht mehr mit dem Fahrrad im Ort zu fahren – wir kennen Geschichten von Deininger die aus Angst vor dem Verkehr das Auto für 100m zur Bank oder zum Bäcker verwenden.

Der Anfang:

Nachdem viele Meinungen zur Straße ausgetauscht wurden aber natürlich nichts von sich aus geschah hat Manfred Hirsch im Sommer 2013 beschlossen „etwas“ zu machen. Frei nach Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es“ hat er eine Forderung nach Verkehrsberuhigung in Deining formuliert und Unterschriften dazu gesammelt. Innerhalb von 2 Wochen kamen so über 300 Unterschriften zusammen – Bemerkenswert bei einem Dorf mit gerade einmal um die 700 Einwohner. Diese Unterschriften kamen nicht nur von Anwohnern der ST2072 sondern auch aus anderen Seitenstraßen die sich ebenfalls durch den stetig gewachsenen Verkehr inzwischen belästigt fühlen. Weitere Unterschriften Sammler und damit Mitstreiter der ersten Stunden sind Cäcilie Förg und Sieglinde Hübner.

Mit dieser Liste an Unterschriften lud Manfred Hirsch den CSU Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber nach Deining ein. Zum Treffen stellen sich weitere Mitstreiter ein: Michaela Hirsch, Horst Bienas und Walter Rambach waren dabei, als wir uns am 7. August 2013 mit Martin Bachhuber, der CSU Gemeinderätin Resi Bauer und einer Vertreterin vom Straßenbauamt auf der Terrasse des Gasthofs Deininger Post trafen.

Sonnig war’s und die Anwesenden konnten ihr eigenes Wort nicht verstehen so ging’s wieder mal auf der Straße zu: LKW, PKW, Traktoren, Oldtimer und Motorräder rasten rein und raus – Vollbremsungen und Vollgas permanent - nur mit erhobener Stimme und Wiederholungen konnten wir unser Anliegen vortragen.

Die Vertreterin des Straßenbauamts erörterte uns fachkundig verschieden Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung und bewertete auch diese: Bauliche Maßnahmen (Kreisel, Bäume, Schwellen, …) die den Verkehr bremsen wurden als nicht sinnvoll erachtet (da danach eh wieder beschleunigt wird), die Straßen sollen ja so ausgelegt sein, um den Verkehr fließen zu lassen.

Sinnvoll ist nur eine Verkehrsberuhigung durch:

* leiser Asphaltbelag,
* Einhaltung der vorgeschriebenen erlaubten Geschwindigkeit,
* Geschwindigkeitsreduzierung und
* langfristig durch eine Ortsumgehung.

Am 17. September 2013 übergab Manfred Hirsch im Rahmen des öffentlichen Teils der Gemeinderatssitzung in Egling die Unterschriften und die Bitte an den Gemeinderat zur Verkehrsberuhigung in Deining aktiv zu werden.

Parallel dazu hat CSU Ortsverband Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der gesamten Gemeinde gefordert. Speziell auch Endlhausen, Attenham usw. (Verbindung der Garmischer mit der Salzburger Autobahn).

Es gab eine kontroverse Diskussion, Verkehrsberuhigung kann sein:

* Einhaltung der Geschwindigkeit (geht nur über Kontrollen und Strafen), dafür ist die Polizei (Außerorts, wird aber nur aktiv bei Unfallschwerpunkten) oder Innerorts die Gemeinde zuständig (z.B. mit Hilfe des Kommunale Zweckverband, kein Kosten / Risiko sondern „Einnahmen“ möglich)
* Senkung der Geschwindigkeit / Tempo 30 Innerorts
* Ortsumgehung (hier ist allen Beteiligten bekannt, dass dies eine teure und nur langfristig zu planende Maßnahme ist. Die neulich vom Gemeinderat geforderte Änderung zu einem Bauantrag in Endlhausen – genau dort wo eine Umgehung möglich wäre - zeigt, dass man Pläne haben muss um diese bei neuen Baumaßnahmen berücksichtigen zu können. Man kann Wolfratshausen m.E. als ein Beispiel nehmen für eine Ortsentwicklung ohne rechtzeitige Planung bzw. Schaffung von Umgehungsmöglichkeiten…. )

Natürlich muss jede Planung den Kostenrahmen und die Priorität in der Gemeinde, Landkreis, Land berücksichtigen.

Vor dieser Gemeinderatssitzung wurden die installierten Geschwindigkeitsanzeigen ausgelesen. Als Ergebnis für Deining wurde berichtet: Gesamt ca. 10.000 Fahrzeuge, davon ca. 180 Fahrzeuge am Tag mit bis zu 80 km/h und drüber.

Es wurde beschlossen die in der Gemeinde vorhandenen Messgeräte in Deining und Endlhausen zu konzentrieren. Zwischenzeitlich waren nun 3 in Deining vorhanden, die abwechselnd je Fahrtrichtung (Nord-Süd) installiert und ausgelesen werden.

Am 23. Oktober 2013 fand in Deining eine Ortsbegehung statt mit Vertretern vom Straßenbauamt, ADAC, Gemeinde (u.A. mit Hans Sappl, Hubert Oberhauser), zwei Polizisten und dem Landratsamt. Manfred Hirsch wurde leider erst am Abend vorher informiert...

Für uns war dieses Treffen sehr ernüchternd. Die Forderung zur Verkehrsberuhigung bietet mehrere Optionen für die jeweils andere Institutionen zuständig sind. Daher konnte u.E. wohl kein Ergebnis erzielt werden sondern es wurde diskutiert:

* Das Straßenbauamt hat sich auf Verordnungen berufen und erklärt, es gäbe keine Möglichkeit eine Staatsstraße auf 30 Km/h herabzusetzen. Der Hinweis unsererseits zur ST2071 durch Kloster Schäftlarn und Hohenschäftlarn (die gleich viermal dauerhaft auf 30 bzw. 40 (auch außerorts) herabgesetzt ist) wurde nicht sachlich kommentiert.
* Die Polizei ist zur Überprüfung nur außerhalb der Ortschaften zuständig und nur dann, wenn ein Unfallschwerpunkt vorliegt.
* Der ADAC hat bestätigt, dass eine Reduktion von 50 auf 30 km/h eine Halbierung der Fahrgeräusche bedeutet.

Die Messgeräte in Deining wurden anschließend erneut ausgelesen, diese Daten liegen uns nun vor.

Am 8. November 2013 hat Manfred Hirsch mit Horst Bienas in Bad Heilbrunn Hrn. Bachhuber über den derz. Sachstand informiert:

* Hr. Bachhuber betonte uns gegenüber, dass diese Staatsstraße dem Staatsministerium untersteht und er persönliches Interesse an dieser Verkehrsberuhigung hat.
* Hr. Bachhuber übergab uns als Kopie eine Karte durchschnittlichen Verkehrsdichte im Gemeindegebiet (Stand 2005), wir haben hingewiesen, dass die uns bekannten letzten Zahlen von 2008 bereits über 8000 Fahrzeuge gezählt haben und wir aktuell (inoffizielle Messung an einem Tag) über 10.000 Fahrzeuge hatten.
* Nach Hrn. Bachhubers Meinung sei Geld zum Straßenbau ausreichend vorhanden und es ist geplant (z.B. durch die Maut) dieses Budget weiter zu erhöhen. Hr. Bachhuber fordert auf, Bedarfe anzumelden.
* Hr. Bachhuber regt an, unsere Forderungen stets an die Gemeinde zu richten und zu verfolgen. Die Gemeinde muss Stellung beziehen und muss Aktionen an weitere Ämter initiieren.

Offizielle Gründung der Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Deining

Am 8.November 2013 trafen sich die Gründungsmitglieder dieser BI auf Initiative von Manfred Hirsch wieder im Gasthof Deininger Post. Es wurde von der Ortsbegehung in Deining am 23.10.2013 berichtet und dem am Vormittag stattgefundenen Gespräch mit Hrn. Bachhuber.

Es herrschte Konsens über die Notwendigkeit und Bereitschaft von weiteren Aktivitäten. Deshalb wurde diese Bürgerinitiative offiziell gegründet.

Wir werden die Forderungen konkretisieren müssen um klare Verantwortlichkeiten zu haben. Als einen ersten Schritt empfehlen wir: Schilder sind nicht teuer und Überwachung durch Kommunalen Zweckverband bringt Geld.
Es wurden ebenso derzeitige Einschränkungen bei individuellen Lärmschutz- Maßnahmen der Anwohner diskutiert. Die Gemeinde Egling macht derzeit eine Überarbeitung der Gestaltungssatzung. Diese sollte um erlaubte und effektive Lärmschutzmaßnahmen (zumindest an den Durchfahrtsstraßen) ergänzt werden. Es wird versucht diese Anregung in den Gemeinderat zu tragen.

Am 3. Dezember 2013 hat Horst Bienas im Rahmen der Gemeinderatssitzung nach dem aktuellen Status gefragt, speziell Ergebnis der Begehung Deining im Oktober, Auswertung der Geschwindigkeitsmessgeräte und Status Beitritt zum Kommunalen Zweckverband.
Hubert Oberhauser (leitete Gemeinderat in Vertretung von Hans Sappl) berichtete kurz, dass die Begehung keine neuen Erkenntnisse gebracht hätte und die Polizei ihre Überprüfungen noch nicht abgeschlossen hätte. Die Messgeräte hätten keine wesentlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen im großen Umfang festgestellt – die Präsenz der Geräte bewirke wohl etwas (Anmerkung: Wasimmer dies heißt. U.E. wirkt dieser Effekt derzeit noch, aber da tritt ein Gewöhnungseffekt ein wenn keine Maßnahmen folgen. Weiterhin ist durch das Wetter / die Jahreszeit der Ausflugsverkehr aus München geringer und kein Ernteverkehr mehr unterwegs). Lediglich an einer Stelle (Anmerkung: vermutlich Ortseingang von Norden) sei weiter kritisch. Zum Beitritt zum Kommunalen Zweckverband hat Hans Sappl Kontakt aufgenommen, dies wird in einer Gemeinderatssitzung im Januar (Anmerkung: 21. Januar 2014) weiter behandelt.

Wir waren am 21. Januar 2014 bei dem öffentlichen Teil dabei, ebenso jeweils ein Vertreter der Polizei und vom Landratsamt.

Richtigerweise haben nun auch andere Ortsteile Handlungsbedarf angemeldet: Dettenhausen (Unfallträchtige Abzweigung), Moshammerstraße in Egling (Nichteinhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30km/h sowie Befahrung des abgesenkten Gehwegs), Siegertshofen, Endlhausen (Autobahnverbindung Garmisch – Salzburg) sowie Aufhofen. Der Verkehr nimmt verständlicherweise überall zu – hier jedoch weiterhin die Kernaussagen zu Deining:

Die Auswertungen der Geschwindigkeitsmessungen wurden individuell interpretiert. So zitierte Hans Sappl aus den Statistiken und befand eine „Mehrheit fahre mit Geschwindigkeiten zwischen 31 und 60 km/h“, auch die Polizei fand dies noch innerhalb des Rahmens“.
Horst Bienas hatte eine detaillierte Auswertung der Datensätze aus dem Oktober 2013 dabei: Am extremsten Meßpunkt (Nördlicher Ortseingang Deining von Straßlach kommend lag die Maximalgeschwindigkeit beim Ortsschild bei 151 km/h (113 km/h am Meßpunkt ca. 150m nach dem Ortsschild). Um eine objektive Beurteilung der Geschwindigkeits- Verstöße zu erhalten wurde ausgerechnet, was der Bußgeld Katalog für Strafen zugrunde legt (Verstöße über 53 km/h, geringster Gebührensatz für PKW ohne Anhänger). Die Auswertung der knapp 150.000 Datensätze alleine im Oktober 2013 ergab folgende vorgesehene Strafen aufgrund Geschwindigkeits- Überschreitungen:

* Bußgeld: 1.095.272,50 €
* Punkte: 6278
* Fahrverbot: 611 Monate


Der Leser kann sich mit diesen Zahlen selber eine Meinung zum Handlungsbedarf bilden - auch im Ortskern gibt es viele dokumentierte Fahrten über 80 km/h.

Deining ist (Gott-sei-Dank) kein Unfallschwerpunkt, daher sind Reduzierungen oder bauliche Maßnahmen nicht vertretbar. Die Polizei bestätigte, dass sie seit langer Zeit keine Kontrollen mehr durchgeführt hatte, alle sind sich einig, dass Regeln nur eingehalten werden, wenn sie kontrolliert werden.

Beschlossenes weiteres Vorgehen:

Hans Sappl empfahl dem neuen Gemeinderat (Wahlen im März) weitere Geschwindigkeits- Messgeräte anzuschaffen und im Gemeindebereich an immer wieder neuen Stellen zu platzieren (wechselnd um dadurch einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden und dem Autofahrer weitere Hinweise zu seiner Geschwindigkeit zu liefern).

* Die Polizei verordnete sich selber, endlich wieder Kontrollen in Deining zu machen.
* Das Landratsamt will die Verkehrszahlen aktualisieren (Offizielle Zählung aus 2008 belegt über 8.000 Fahrzeuge / Tag in Deining, letzte Messungen im Oktober 2014 zeigen bereits 9.300 Fahrzeuge / Tag)
* Der dokumentiert schlechte Zustand (und dadurch laute Straßenbelag) der Deininger Ortsdurchfahrt wird von der Gemeinde weiter regelmäßig an das Straßenbauamt eskaliert.
* Vertreter des Kommunalen Zweckverbands waren nicht eingeladen / anwesend da der Gemeinderat sich weiter über einen Beitritt informieren will und erst dann abstimmt / entscheidet....


Wir werden die Umsetzung der Beschlüsse verfolgen.

Als pers. Anmerkung möchte ich ergänzen und mich bei Hans Sappl für sein Engagement für die Gemeinde Egling bedanken. Auch das Thema „Verkehrsberuhigung Deining“ am Ende seiner Amtsperiode hat er engagiert aufgegriffen und professionell behandelt. Vielen Dank, seine „Nachfolger“ haben beste Empfehlungen für die weitere Behandlung der Verkehrssituation im Gesamten Gemeindegebiet von Ihm erhalten.

Es ist geplant die öffentlichen Ergebnisse, Pressemitteilungen, Aktionen, … weiter aufzuführen. Bitte besuchen Sie diese Seite wieder und verfolgen Sie die Ergebnisse.

Kontakt

Sprecher/in und Kontaktdaten werden noch ergänzt. Kommisarisch V.i.S.d.P: Horst Bienas, Am Bühel 5a, 82544 Egling-Deining

Interner Bereich

Der interne Bereich ist nur für das Leitungsgremium zugänglich und erfordert eine Anmeldung mit Passwort.